Dr. Michael Zink im Interview zum Tag der Organspende
Wien/St. Veit 02. Juni 2026 Anlässlich des Internationalen Tags der Organspende am 6. Juni 2026 rückt die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) erneut die zentrale Bedeutung der Organspende in den Fokus. Trotz höchster medizinischer Standards bleibt sie für viele schwer erkrankte Menschen oftmals die einzige Chance auf ein Weiterleben.
»Eine Organspende ist unersetzbar.«, bekräftigt Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink, Präsident der ÖGARI und seit vielen Jahren intensiv im Bereich der Organspende engagiert. »Organe, die unwiederbringlich geschädigt sind – etwa durch schwere Erkrankungen, Infektionen oder Organversagen, können in vielen Fällen ausschließlich durch menschliche Spenderorgane ersetzt werden. Nur so können Leben erhalten und Lebensqualität nachhaltig verbessert werden. Dafür gibt es derzeit keine Alternative.«
Für viele Patient:innen bedeutet ein Spenderorgan nicht nur das Überleben, sondern häufig auch viele weitere Jahre mit deutlich verbesserter Lebensqualität. Gleichzeitig ist die Organspende ein zutiefst menschlicher Akt, der über den Tod hinaus neues Leben ermöglicht.
Organtransplantation: Schlüsselaufgabe der Intensivmedizin
Die Intensivmedizin nimmt im Prozess der Organspende eine zentrale Rolle ein. Nach der eindeutigen und streng geregelten Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls erfolgt eine umfassende medizinische Diagnostik, um die Möglichkeit einer Organspende zu prüfen und die Organfunktion bestmöglich aufrechtzuerhalten. Intensivmediziner:innen arbeiten dabei eng mit speziell geschulten Transplantationsbeauftragten zusammen.
Ein besonders sensibler Teil dieses Prozesses ist die Begleitung der Angehörigen. In ausführlichen Gesprächen werden medizinische Hintergründe verständlich erklärt, Fragen beantwortet und Raum für persönliche Entscheidungen geschaffen.
Nach aktuellen Daten der Gesundheit Österreich GmbH warten in Österreich weiterhin hunderte Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass jede einzelne Spende mehreren Patient:innen eine neue Lebensperspektive eröffnen kann.
Organspende: Verantwortung, Transparenz und Vertrauen
Die Verteilung von Spenderorganen erfolgt über die internationale Stiftung Eurotransplant, die die Zuteilung in mehreren europäischen Ländern nach klar definierten, medizinischen Kriterien koordiniert. Dringlichkeit, Erfolgsaussichten und Gewebeverträglichkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
In Österreich gilt die sogenannte Widerspruchsregelung: Eine Organspende ist grundsätzlich zulässig, sofern zu Lebzeiten kein dokumentierter Widerspruch vorliegt. Die Eintragung in das Widerspruchsregister der Gesundheit Österreich GmbH schafft dabei Klarheit – sowohl für die betroffene Person als auch für Angehörige und Behandlungsteams.
Miteinander reden: Ein Gespräch, das zählt
Neben allen medizinischen und organisatorischen Aspekten hebt Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink einen entscheidenden Punkt hervor: die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
»Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig im Familien- und Freundeskreis darüber zu sprechen, ob Organspende für einen selbst infrage kommt und was dies im Ernstfall bedeutet.«, so Michael Zink, der auch stellvertretender Vorsitzender des Österreichischen Transplantationsbeirats ist.
»Diese Klarheit hilft Angehörigen in einer extrem belastenden Situation und ermöglicht es, Entscheidungen im Sinne der betroffenen Person zu treffen.«
Die ÖGARI appelliert daher, sich frühzeitig mit der eigenen Haltung zur Organspende auseinanderzusetzen und diese auch offen zu kommunizieren. Denn letztlich gilt:
Jede Entscheidung für die Organspende ist eine Entscheidung für das Leben.
